Die Kanutour 2011 war eine besonders abenteuerliche Tour.
Es begann schon mit einer Busfahrt von Leipzig bis Augustow (17 Std.), in einem Bus – zwar von einem großen Unternehmen – aber trotzdem mit kaputter Elektrik, also ohne Licht, Lüftung und Klimaanlage. Schließlich kam eine uneingeplante Pause von 4 Std. zur Reparatur des Busses hinzu, so dass schon viel Überzeugung und Idealismus notwendig waren, um die Stimmung nicht schon vor dem eigentlichen Start auf Null sinken zu lassen. Hinterher können aber alle über die ungewohnte Reise lachen.

Dafür wurden wir von einer unbeschreiblich schönen Natur und mit Sonnenschein empfangen, so dass das Stimmungsbarometer schnell anstieg.
Zunächst mussten sich alle auf bekannte und neue Gesichter einstellen, sich an einen Tagesablauf ohne Fernseher, Gameboys, Handyempfang u.ä. Unterhaltung gewöhnen und das neue Umfeld beschnuppern. Nach dem 1. Abend am Lagerfeuer mit der täglichen Fortsetzungsgeschichte zum Vorlesen, Besprechung für alle Dienste und Aufgaben während der Fahrt und natürlich mit fröhlichen Liedern, konnten es alle kaum noch erwarten, dass die Boote kamen und es losgehen konnte.
Dieses Mal standen nur 2er Boote zur Verfügung – das brachte schon eine Art soziales Engagement mit sich. Es musste jeder begreifen, dass man nicht mit der Freundin oder dem Freund paddeln kann, sondern dass pro Boot immer ein leistungsstarker Teilnehmer einen schwächeren „betreuen“ musste. Das gemeinsame Erleben und Beobachten, der Spaß in der Gruppe, das gemeinsame Bewältigen von kleinen Hindernissen brachte aber so schnell das Gefühl des Miteinanders, dass die Besetzungen zwar täglich wechselten, aber diskussionslos große und kleine Kanuten eine eingeschworene Gemeinschaft wurden.
Die Begeisterung über das landschaftliche Idyll war groß, schöne Ausblicke, das Beobachten von uriger Natur, seltenen Pflanzen und zahlreichem Getier wurden bei manchem zum täglichen Hobby und die meisten waren sich gar nicht bewusst, dass sie problemlos und ohne Langeweile die Tage ohne Elektronik und Medien verbrachten.
Selbst die Tatsache, dass man das Kochwasser auf den meisten Biwakplätzen aus dem Brunnen oder dem See holen musste, es nur selten Toiletten und Duschen gab, jeden Tag gekocht, Holz gehackt, Zelt auf- und abgebaut, Boote sauber gemacht werden musste und es viele Dinge zu erledigen gab, die zu Hause vielleicht die Mutti macht, war für alle schnell Routine und keine Last.
Zeit zum Baden, Angeln, Lagerfeuerrunden mit schönen Spielen, wichtigen Gesprächen und natürlich vielen Liedern blieb natürlich auch und wenn man mal vom Regen überrascht wurde, machte so gar das Springen von Pfütze zu Pfütze mit nassen Klamotten Spaß.
An Ruhetagen standen Ausflüge zur Wolfschanze, nach Litauen und zu urigen Bauernhöfen auf dem Programm, so dass es sozusagen auch an einem „kulturellen Lernprogramm „ nicht fehlte.
Am Schluss hatten alle viel gesehen und erlebt und waren auch ein bisschen stolz, mit der ungewohnten Belastung (täglich ca. 18 km im Boot) fertig geworden zu sein, selbstständig und weit weg von zu Hause alle Aufgaben gemeistert zu haben und auch der Wunsch auf eine Kanutour 2012 blieb nicht unausgesprochen.
Karin Trunk






















