Kanutour in Schweden 2007

Nach einem anstrengendem Trainings- und Wettkampfjahr freuten sich die Taucher des LTVT nun schon zum 10. Male auf ihre Sommerfreizeit – eine Kanutour.

Da wir 2005 schon einmal die ähnliche Tour gemacht hatten, konnten wir dieses Mal die Vorbereitungen optimieren. In Auswertung konnte man feststellen, dass die Zwischenübernachtungen in Sassnitz und Trelleborg unbedingt erforderlich sind, um die Anstrengungen der langen Fahrt erträglich zu halten.

Allerdings begann sie mit schlechtem Wetter und die Abfahrt vom Stützpunkt in Bergslagsgarden/ Mittelschweden mit den Kanus wurde um 1 Tag verschoben. Als wir dann endlich starten konnten: Wasser, Wald – Natur pur wohin man schaut. Doch die Touren der 1. beiden Tage wurden zu einem Härtetest. Jeweils am Mittag überraschte uns mitten auf dem Wasser strömender Regen, Wind und Kälte. Da in Schweden nur auf Biwakplätzen übernachtet wird, war es schon schwierig, gute Laune zu behalten; denn alle waren bis auf die Haut nass, die Zelte mussten bei Regen aufgebaut werden, eine warme Stelle oder warmes Wasser gab es nicht – alles sah nach Abbruch der Tour aus.

Es blieb also keine andere Wahl, als die Notfallvariante zu besprechen und sich gegenseitig Mut zu machen. Doch als dann am nächsten Morgen Wetterbesserung kam, kannte die Begeisterung keine Grenzen. Während der gesamten Tour sollte uns diese Begeisterung und das schöne Wetter nicht mehr verlassen und die meisten waren stolz darauf, dass sie trotz widriger Bedingungen nicht aufgegeben hatten. Von kleinen idyllischen Flüsschen paddelten wir durch Kanäle und über riesige Seen. Deren Überquerung war dann auch nicht mehr so anstrengend, wie bei den hohen Wellen und gegen den Wind, wo an den 1. beiden Tagen schon manche an ihrer Leistungsgrenze angekommen waren. Während der gesamten Zeit ist uns kaum ein Boot begegnet, kein öffentlicher Zeltplatz mit Gebühren und Verboten, keine Andenkenbude – Camping einmal ganz anders. Das hieß aber auch, dass es keine Duschen mehr gab, gewaschen wurde sich mit Wasser aus dem See (mit biologisch abbaubarer Seife hatten wir uns alle eingedeckt), mit Spaten und Toilettenpapier ausgerüstet ging es zur Toilette (Wald), das Wasser zum Kochen wurde aus dem See geholt, es gab keinen Strom und nur an wenigen Ecken ein Handynetz. Für manche war das erst einmal gewöhnungsbedürftig, am Schluss stellten alle fest, dass der Erholungseffekt riesig war, niemand mehr richtig Lust auf Häuser, Auto, Städtelärm hatte und wie schön es ohne Handy, Fernsehen, Gameboy sein kann. Schon allein deshalb hätte sich die Tour gelohnt.

Es ist aber auch immer wieder schön zu beobachten, wie sich beim Paddeln auch mal alle ohne meckern und jammern über kleine Wehwehchen hinwegsetzen, wie von Tag zu Tag die Jugendlichen mehr Naturschönheiten entdecken und auf einmal von Dingen begeistert sind, die sie vorher gar nicht wahrgenommen haben. Durch das tägliche Ein- und Auspacken der gesamten Ausrüstung lernen auch die „von Mutti verwöhnten“ selbstständig ihre Aufgaben zu lösen, sich für alle verantwortlich zu fühlen und zuzupacken, wo es notwendig ist. Beim gemeinsamen Spielen, Kochen, gemütlichen Runden am Lagerfeuer lernten sich alle viel besser kennen und entdeckten auch das Gespür für die Probleme des anderen.

Beim Besuch der wenigen kleinen Orte machten sich viele Gedanken über die einfache Lebensweise der Menschen in der wenig besiedelten Gegend, die alle Ruhe und  Zufriedenheit ausstrahlten. Angenehm auffallend war auch die Sauberkeit und Gastfreundlichkeit im ganzen Land.

Trotz der Anfangsschwierigkeiten wurde die  Kanutour 2007 zu einer der schönsten, die wir je gemacht haben. Trotz fauler Tage zwischendrin wurden gut 100 km mit dem Kanu zurück gelegt und der Wunsch auf Kanu 2008 wurde schon vielseitig geäußert.

 Karin Trunk